Rückenschmerzen verursachen gewaltige volkswirtschaftliche Schäden und an Schulen wird häufig kein Schwimmen mehr unterrichtet.
Rückenschmerzen gehören nicht nur zu den häufigsten Krankheitsbildern einer modernen Gesellschaft, sie verursachen auch Unmengen an Kosten. Das müsste nicht so sein, wenn man von Seiten der Verantwortlichen das Schwimmen in der Schule mehr unterstützen würde.
Schwimmen im Allgemeinen ist schon sehr gesund, gerade für den Haltungs- und Bewegungsapparat. Wer zudem über ausreichende technische Fähigkeiten in dieser Sportart verfügt, gemeint sind in erster Linie Kraul- und Rückenkraul, hat gute Chancen, sich nicht nur ohne Arzt selbst zu behandeln, er hat auch die Möglichkeit diversen Rückenproblemen vorzubeugen.
Schwimmen ist aus diesem Grunde wohl nicht nur die gesündeste Sportart, man kann es auch bis ins höchste Alter betreiben. Gleichzeitig ist Schwimmen ein ideales Ganzkörpertraining unter besonderer Schonung der Gelenke und des gesamten Stützapparates. Zu Recht gibt es Krankenkassen, die das private Schwimmen gehen sogar finanziell unterstützen.
Doch, wenn auch selten, gibt es auch heute noch Nichtschwimmer unter jungen Erwachsenen, wie der Fall des diesjährigen DSDS-Finalteilnehmers Holger zeigt. Mögen die Gründe besonderer Art gewesen sein, die vielleicht eine Teilnahme am Schulschwimmen untersagte, so bleibt festzuhalten, dass er kein Einzelfall ist.
Schwimmen ist im Rahmen des Schulsports obligatorisch in der Grundschule und der Sekundarstufe I. In letzterer gibt es eine Einheit in der 5/6, sowie eine in der 7/8. In der Regel reicht das auch, um zumindest das Schwimmen zu erlernen. Wirklich Kraulschwimmen oder gar Rückenschwimmen können danach jedoch nur die wenigsten. Im Prinzip erfüllt man damit gerade die Forderungen, wie man sie noch vor 50 Jahren formulierte: über Wasser halten können. Der modernen Lebensführung und den damit einhergehenden gesundheitlichen Problemen, wird man damit jedoch keinesfalls gerecht.
Auch wenn z.B. die Rahmenrichtlinien für den Schulsport NRW (Sek.I) vor allem pädagogisch ausgerichtet sind, so liegt ein wichtiger Aspekt in der gesundheitlichen Zielsetzung. Leider wird hier nachlässig gearbeitet, denn den vielen schönen Worten folgen selten Taten.
Im Rahmen dieser Vorgaben der gesundheitlichen Erziehung muss jedoch den Heranwachsenden, ohne dass sie deswegen Vereinsmitglied werden, ein größeres Schwimmrüstwerk mit auf den langen Lebensweg gegeben werden.
Gerade wenn Schüler besonders schnell lernen, wenn sie in der Lage sind auch koordinativ zu arbeiten, also im Alter von 14-16 Jahren, muss Schwimmen deswegen ein fester Bestandteil des Schulsports sein, denn richtiges Schwimmen will erlernt sein! Da reichen eben nicht die paar "Paddeleinheiten" der Unter- und Mittelstufe der Sekundarstufe I.
Doch nicht nur die Rahmenrichtlinien weisen hier erhebliche Mängel auf, häufig stehen den Schulen nur mangelhafte Gerätschaften zum Erlernen der einzelnen Schwimmstile zur Verfügung. Es wird gespart, wo immer man glaubt einsparen zu können. So kennen Schüler den Namen Poolboy oder Schwimmbrett meist nur vom Hören und Sagen her.
Noch schlimmer wird es, wenn überhaupt keine Bäder, nicht einmal Leerschwimmbecken, zur Verfügung stehen. So lesen sich die vom Land NRW als mustergültig hingestellten Sportrichtlinien von ein paar Schulen mitunter wie das "Quo Vadis" des Schwimmens. Oder um es genauer zu sagen: Schwimmen? Fehlanzeige! www.schulsport-nrw.de
Es bleibt daher zu hoffen, dass Bezirksregierungen künftig in dieser Sache wieder mehr Verantwortung übernehmen und zumindest die Rahmenvorgaben schaffen, damit Schwimmen in Schulen nicht nur stattfindet, sondern auch soweit Pflicht wird, wie es erforderlich ist, um einem Großteil die nötigen Schwimmtechniken beizubringen. Junge Menschen haben ein Recht darauf und die Gesellschaft würde davon profitieren.
Arne Frentzel www.arnefrentzel.de.tl