Natürlich ist es am schönsten, von einer anderen Person massiert zu werden. Oft ist das aber nicht möglich und damit Sie trotzdem nicht auf eine wohltuende Massage verzichten müssen, gibt’s hier nützliche Tipps zur Selbstmassage – effektiv bei Stress und zur Schmerzkontrolle.
Dabei ist es sinnvoll zu wissen, warum bestimmte Bereiche des Körpers besser auf eine Selbstmassage ansprechen als andere: Hände, Finger, Lippen und Füße sind die sensibelsten Körperregionen und deshalb größer in den Sinnesrezeptoren des Gehirns vertreten als Arme, Beine, Brust und Rücken.
Beispiel: Bei einer Selbstmassage des Nackens neigt das Gehirn dazu, die Empfindungen an den Fingern und der Hand intensiver wahrzunehmen anstatt am Nacken selbst, da dieser nicht so empfindlich ist. Das ist der Grund, warum wir eine Massage an einigen Körperregionen stärker wahrnehmen, wenn sie von einer anderen Person durchgeführt wird.
Wenn wir unsere Hände, Füße oder unser Gesicht selbst massieren, ist der Berührungssinn ausgeglichener und wir verspüren eine Selbstmassage als sehr wohltuend.
Gegenstände aus dem Haushalt sind hervorragende und preiswerte Hilfsmittel für eine Selbstmassage.
Kopf und Gesicht
Ein Stoffsäckchen (ca. 15 x 10 cm) mit ca. 500g ungekochten Reiskörnern füllen und sanft über die Kopfhaut und das Gesicht gleiten lassen. Getrocknete Lavendel- oder Rosenblüten im Säckchen kompensieren den Entspannungseffekt.
Nacken
Zwei Tennisbälle in einen langen Socken stecken und durch einen Knoten trennen. Die Enden des Sockens ebenfalls mit jeweils einem Knoten sichern. Nun kann man entweder auf dem Rücken liegend mit den Bällen unter dem Nacken sich hin und her bewegen oder aber in einer aufrechten Sitzposition den Socken so am Nacken entlang ziehen, dass eine angenehme Bewegung entsteht. Dabei die zugeknoteten Enden als „Steuerung“ benutzen.
Schultern
Ein professionelles Stretchband (oder der innere Schlauch eines Fahrradreifens) sind bestens geeignet um Selbstmassage im Bereich der Schultern durchzuführen: Stretchband in beide Hände nehmen, Arme über den Kopf, den rechten Ellenbogen etwas anwinkeln und die Arme nach links bewegen, so dass sich die rechte Schulterseite dehnt. Hüfte und Oberkörper bleiben dabei gerade. Übung mit der linken Schulterseite wiederholen.
Hände
Langsame Kreisbewegungen über die Handinnenseite und die Finger wirken beruhigend und ausgleichend. Das Handgelenk kann mithilfe von sehr behutsamen Wringbewegungen stimuliert werden. Mit einem Massageball (oder einem kleinen runden Reissäckchen) in der Hand spielen (quetschen, rollen…) fordert den Beugemuskel. Der Streckmuskel wird angeregt, indem ein dickes Gummiband um die Fingerspitzen und den Daumen gespannt wird und die Hand gegen den Widerstand geöffnet, geschlossen und wieder geöffnet wird.
Brust
Man lege zwei mit Sand oder Reis gefüllte Säckchen (jeweils 1kg bis 2,5kg) auf beide Schultern, setze sich entspannt hin und atme langsam für 15 Minuten ein und aus. Atmung mit Schulter und Brust führt oft zu Muskelverspannungen. Das Gewicht wirkt dem entgegen.
Bauch
Ein weicher Ball eignet sich bestens für die Massage in der Bauchregion. Auf der rechten Seite unten beginnen, in leichten Kreisbewegungen nach oben Richtung Brustkorb rollen, dann über die linke Seite zur Anfangsposition zurück. Mehrmals wiederholen. Fordert die Verdauung.
Rücken
Besonders effektiv ist es, auf einer zusammengerollten Gummimatte mit dem Rücken hin und her zu rollen. Der Tennisballsocken von der Nackenmassage kann auch benutzt werden. In diesem Fall muss aber beachtet werden, dass die Wirbelsäule zwischen den Bällen genug platz hat und nicht mitmassiert wird. Sollte ein verspannter Bereich festgestellt werden, kurz verweilen und mithilfe des Körpergewichts den Druck vergrößern.