Donnerstag, 17. Juli 2008
Geschrieben von Anna
Säuren und Basen - die Balance für unseren Körper finden
Hallo ihr lieben Leser!
Säuren und Basen- denkt ihr da wie ich auch an den Chemieunterricht? Aber Säuren und Basen sind eigentlich seltener im Chemiesaal...sie sind vielmehr immer in unserem Körper präsent und haben eine ganz schön wichtige Aufgabe...wer das bis jetzt nicht wusste, der kann sich hier mal informieren. Wer schon bescheid weiss, kann ja trotzdem mal rein schauen, denn man lernt ja bekanntlich immer was dazu! Grüße und viel Spass beim Lesen! Der pH-Wert ist entscheidend Nicht in allen Bereichen des Körpers ist der Säuregrad, der mit dem pH-Wert angegeben wird, gleich (vgl. pH-Wert - Säuren - Basen). Er ist aber von entscheidender Bedeutung, denn nur dann können in dem jeweiligen Organ die chemischen Reaktionen unter idealen Bedingungen ablaufen. Besonders wichtig ist der pH-Wert für das Blut. Hier gibt es kaum Schwankungen. Der pH-Wert des Blutes muss zwischen 7,36 und 7,44 liegen. Alle Stoffwechselreaktionen sind pH-abhängig und können im Blut nur innerhalb dieses Bereiches optimal ablaufen. Der Körper scheidet Säuren über Niere, Lunge, Haut, Leber und Darm aus.
Damit nicht jedes Mal, wenn saure Stoffwechselprodukte in das Blut gelangen, der pH-Wert in den sauren Bereich absinkt, verfügt der Körper über so genannte Puffersysteme, die aktiv werden, sobald saure Substanzen in das Blut gelangen. Sie neutralisieren die Säuren und sorgen dafür, dass der Blut-pH-Wert konstant bleibt. Die sauren Stoffwechselabfälle gelangen so mit dem Blut in die Ausscheidungsorgane: Über die Nieren werden werden Säuren oder saure Stoffwechselverbindungen mit dem Urin ausgeschieden. Über die Lunge werden Säuren in Form von Kohlendioxid, das mit dem Blut transportiert wird, abgeatmet. Über die Haut können Säuren mit dem Schweiß ausgeschieden werden. In der Leber werden insbesondere durch die Nahrung aufgenommene Eiweiße verstoffwechselt. Das dabei entstehende saure Ammoniak wird in der Leber zu Wasser und Harnstoff verarbeitet und danach ausgeschieden. Im Darm wird sauerer Darminhalt durch die vermehrte Ausschüttung von Bauchspeicheldrüsensekret, das sehr basisch ist, neutralisiert und dann ausgeschieden. Säureüberschuss kann nicht abgebaut werden Diese Regulationsmechanismen sind in unserem Körper dauernd aktiv. Entstehen über einen langen Zeitraum saure Stoffwechselabfälle, die nicht neutralisiert werden können, so entsteht eine chronische Säureüberlastung. Dadurch kann der Organismus nicht mehr unter optimalen Bedingungen ablaufen. Er versucht, sich auf andere Weise zu helfen. Überschüssige Säuren werden im Bindegewebe zwischengelagert. Wenn dann der Körper wieder über Basen zur Neutralisation der Säuren verfügt, werden die Säuren aus den Zwischenlagern ausgelöst und ausgeschieden. Säureüberschuss kann krank machen Leider wird bei einer langanhaltenden Säureüberlastung ein solches Zwischenlager häufig zum Endlager. Die Folge sind nicht selten Schmerzen. Einzelne Zellen oder sogar ganze Gewebebereiche können in ihrer Funktion eingeschränkt sein. Einer Säureüberlastung begegnet der Körper auch, indem er das in den Knochen gelagerte Kalzium, ein basischer Mineralstoff, aus den Knochen löst. Langfristig unterstützt dieser Vorgang die Entstehung einer Osteoporose. Wie entsteht chronische Übersäuerung? Fehlernährung und moderne Lebensweise bringen das Risiko einer Säurebelastung mit sich Die moderne Lebensweise und das heutige Ernährungsverhalten und die häufige Verwendung vorgefertigter Nahrungsmittel bringen das Risiko der Säurebelastung mit sich. Zwar verfügt der menschliche Körper über verschiedene Mechanismen, eine Säurebelastung auszugleichen (vgl. Die richtige Balance - Regulation des Säure-Basen-Verhältnisses), dennoch kommt es häufig zu einer oftmals dauerhaften Säureüberlastung. Eine chronische Übersäuerung ist ein Prozess, der sich über Jahre entwickelt und vorwiegend durch unseren häufig zu hohen Konsum von Fleisch, Alkohol und Niktion auf der einen Seite und die zu geringe Zufuhr von Obst und Gemüse anderereits verursacht wird. Insgesamt wirken folgende Faktoren negativ auf den Säure-Basen-Haushalt: Fehlernährung Zu geringe Flüssigkeitszufuhr Bewegungsmangel Stress Entzündungsprozesse Rauchen Bestimmte Medikamente Gestörte Darmfunktion und/oder Darmflora Der Stoffwechsel ist entscheidend Ob ein Nahrungsmittel säurebildend oder basenbildend ist, kann man nicht schmecken. Ausschlaggebend sind die Stoffwechselprodukte, die bei der Verwertung der Nahrung entstehen. Sie können sauer oder basisch sein. Festgestellt wird dies durch die Messung des pH-Wert des Urins. Nahrungsmittel, die den Urinsäuregehalt anheben, gelten als säurebildend. Säurebildende Nahrungsmittel Eiweißhaltige Nahrungsmittel wie alle Fleisch- und Fischsorten, Käse, Wurst, Eier, Weißmehlprodukte: Beim Abbau eiweißhaltiger Nahrungsmittel, insbesondere der Aminosäuren Methionin und Cystein, entstehen Säuren. Zuckerhaltige Nahrungsmittel wie Süßwaren, Kuchen, Limonaden und Colagetränke mit hohem Zuckergehalt: Säuren entstehen durch die Gärung, die bei der Zufuhr von zu viel Zucker stattfindet. Alkohol bildet beim Abbau Säure. Koffeinhaltige Getränke wie Kaffee, Schwarztee, Cola: Koffein erhöht die Bildung biogener Amine, bei deren Abbau Säure entsteht. Außerdem sind die Röststoffe ebenfalls Säurelieferanten. Zusatzstoffe in Nahrungsmittel, insbesondere Phosphate, die in fast allen vorgefertigten Nahrungsmitteln enthalten sind u.a. bei Emulgatoren, Stabilisatoren, Konservierungsmitteln, Gerinnungshemmern etc.: Auch hier entsteht beim Abbau Säure. Welche Nahrungsmittel wieviel Säure bilden, können Sie sehr gut in den Tabellen zur Säurebelastung von Nahrungsmitteln nachlesen. Zu viel Fleisch, zu wenig Obst und Gemüse Fleisch ist heute zu einem Hauptnahrungsmittel in den Industrieländern geworden. Die allgemeine Empfehlung von 2 bis 3 fleischhaltigen Gerichten in der Woche wird von den meisten Menschen deutlich überschritten. Gleichzeitig ist der Verzehr von Obst und Gemüse viel zu gering. Die Empfehlung der Deutschen Gesellschaft für Ernährung, 5 mal am Tag Obst und/oder Gemüse zu verzehren, wird nur selten eingehalten. Auch Süßes steht hoch im Kurs. Alkohol wirkt mehrfach schädigend Ein besonderes Problem stellt der Alkohol dar. Nicht nur bilden sich saure Stoffwechselprodukte, er entzieht dem Körper auch sehr viel Wasser. Bei der Ausscheidung über die Nieren werden dann auch vermehrt basische Mineralsalze wie Magnesium, Kalium und Kalzium ausgeschwemmt und gehen dem Körper als Puffersubstanzen verloren. Außerdem schädigt Alkohol die Leber. Vorgefertigte Nahrungsmittel Ein weiteres, nicht zu unterschätzenden Problem, ist die in den Industriestaaten vorherrschende Verwendung vorgefertigter Nahrungsmittel. Solchen Nahrungsmittel werden mechanisch, chemisch oder durch Erhitzen Bestandteile wie z. B. Vitamine, Mineralstoffe oder Ballaststoffe entzogen. Das führt zu einer Mangelversorgung basisch wirkender Substanzen. Außerdem wirken viele Nahrungsmittelzusätze säurebildend. Und nicht zuletzt wirken sich Gewohnheiten, wie der vermehrte Konsum von "Fast-Food", äußerst negativ auf die Säure-Basen-Bilanz aus. Empfohlene Trinkmenge wird oft unterschritten Damit die Nieren saure Stoffwechselverbindungen mit dem Urin ausscheiden können, ist eine ausreichende Zufuhr von Flüssigkeit wichtig. Das sollte vorwiegend über die Zufuhr von Flüssigkeit geschehen, die der Übersäuerung entgegen wirken, wie stilles Mineralwasser, Fruchtschorlen ohne Zucker und Kräutertee. Leider wird aber gerade die täglich empfohlene Trinkmenge von 2 Litern oft unterschritten. Außerdem trinken viele Menschen lieber kohlesäurehaltige und stark gezuckerte Getränke, die eine weiteren Säurebelastung bedeuten. Bewegungsmangel fördert Übersäuerung Ein weiterer wichtiger Aspekt bei der chronischen Übersäuerung ist der Bewegungsmangel. Bei körperlicher Bewegung wird vermehrt und tiefer geatmet. Dadurch kommt es zu einer verbesserten Versorgung mit Sauerstoff. Gleichzeitig wird aber auch vermehrt saures Kohlendioxid abgeatmet. Außerdem kommen wir bei sportlicher Bewegung ins Schwitzen und die Tätigkeit des Darms wird angeregt. Das fördert die Abgabe von sauren Bestandteilen über den Schweiß und den Darm. Bewegungsmangel wird auf diese Weise mehrfach säuernd auf den Organismus. Bei Stress entstehen Säuren Hektik, Dauerbelastung und Stress sind für den Körper ebenfalls belastend. Bei Stress werden vermehrt die Hormone Adrenalin und Noradrenalin ausgeschüttet. Bei deren Verarbeitung entstehen Säuren, die zu einer Übersäuerung beitragen. Entzündungen Bei Entzündungsprozessen entstehen im Körper vermehrt Säuren. Deswegen haben Entzündungsprozesse bzw. chronische entzündliche Erkrankungen, wie z. B. Rheuma, einen negativen Einfluss auf die Säure-Basen-Bilanz. Rauchen Eine gesunde Atemfunktion ist für die Säure-Basen-Balance wichtig. Problematisch ist deshalb auch das Rauchen. Tabakgenuss schädigt die Lunge auf vielfältige Weise und führt zu einer Abnahme der Lungenfunktion. Dadurch wird die Abatmung von saurem Kohlendioxid eingeschränkt. Rauchen unterstützt so die Entstehung einer chronischen Übersäuerung. Medikamente Medikamente, bei deren Abbau Säuren entstehen, können den Körper ebenfalls belasten. Dazu gehört z. B. die Acetylsalizylsäure (ASS), das sowohl schmerzlindernd, als auch "blutverdünnend" wirkt. ASS wird in der Vorbeugung von instabiler Angina pectoris, Herzinfarkt, Schlaganfall und anderen gefäßbedingten Erkrankungen, z. B. bei der peripheren arteriellen Verschlusskrankheit (pAVK) oder bei Arteriosklerose eingesetzt. Eine gestörte Darmfunktion ist für die Säure- Basen- Bilanz problematisch Der Darm spielt bei der Ausscheidung von Säuren eine wichtige Rolle (vgl. Die richtige Balance - Regulation des Säure-Basen-Verhältnisses). Eine gesunde Darmfunktion hängt von vielen Faktoren ab, wie z. B. einer ausgewogenen Nahrungszusammensetzung, gesunder Durchblutung, der richtigen Aufnahme von Nahrungsbestandteilen durch die Darmzotten, der Verweildauer des Speisebreis im Darm bzw. der Darmbeweglichkeit und einer gesunden Darmflora. Wird der Speisebrei durch einen trägen Darm zu langsam fortbewegt oder ist die Darmflora gestört, so kommt es zu Fäulnisbildung und Gärung des Speisebreis, was wiederum eine Übersäuerung mit sich bringt. Eine gestörte Darmfunktion ist deshalb für die Säure-Basen-Bilanz problematisch. Bei Erkrankungen oder Problemen im Magen- Darmbereich sollten Sie einen Arzt aufsuchen und dabei auch die Problematik der Säurebelastung ansprechen. Quelle:medizininfo Wer noch einen Ernährungstipp möchte, kann hier mal reinschauen... Trackbacks
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