Montag, 9. Februar 2009Neurodermitis
Liebe Besucher,
juckende Haut, trockene Stellen, das ist Neurodermitis. Die Krankheit ist auf dem Vormarsch, gerade Kinder sind davon häufig betroffen. Inzwischen soll jedes 10. Kind Anzeichen von dieser Hauterkrankung aufzeigen. Was nun? Lest doch einfach mal nach, was gut hilft und wie sich die Krankheit genau äußert, etc. Liebe Grüße Anna Juckende trockene Haut, wund gekratzte Stellen, Schuppen und immer wieder das Gefühl, seiner Haut ausgeliefert zu sein – Neurodermitis hat in den letzten Jahrzehnten stark zugenommen, fast jedes 10. Kind zeigt Anzeichen dieser entzündlichen Hauterkrankung. Was ist Neurodermitis?
Neurodermitis ist eine entzündliche Hauterkrankung mit starkem Juckreiz. Sie wird auch als endogenes Ekzem und atopische Dermatitis bezeichnet. In Deutschland leiden mehr als 6 Millionen Menschen darunter. Die Erkrankung zeigt sich oft schon im Säuglingsalter und kann bis zum Erwachsenenalter bestehen bleiben. Bei jedem 5. Patienten ist dies der Fall. Sie kann jedoch auch erst mit 20 bis 25 Jahren auftreten. Meist tritt im weiteren Verlauf des Lebens eine Besserung des Krankheitsbildes ein, allerdings sind in höherem Lebensalter noch 10 bis 25 % aller Neurodermitiker hautkrank. Wie äußert sich Neurodermitis? Hauptmerkmale der Neurodermitis sind Juckreiz, Knötchenbildung auf der Haut und Hautvergröberung an den betroffenen Stellen. Meist treten die Beschwerden in Phasen auf. Weitere Merkmale der Neurodermitis können sein: trockene Haut und Lippen, eine doppelte Unterlidfalte, häufige Hautekzeme oder Hautinfektionen und Blässe der Haut nach mechanischen Reizen. Gewöhnlich beginnen erste Hautveränderungen um den 3. Lebensmonat. Die Haut des Säuglings ist gerötet und es treten kleine, stark juckende Bläschen auf. Das Aufkratzen dieser Bläschen führt zu entzündlich-nässenden Hauterscheinungen. Dabei sind vor allem die Kopfhaut und die Wangen betroffen. Später trocknen die nässenden Stellen aus und es bildet sich ein Schorf. Man spricht auch von Milchschorf, weil dieser Schorf wie getrocknete Milch aussieht. Oft bildet sich dieser Milchschorf von alleine zurück, allerdings kann er auch erstes Anzeichen einer Neurodermitis sein. Bei Kindern im Alter von 3 bis 18 Jahren kommt es zum typischen Erscheinungsbild der Neurodermitis, bei dem vor allem die Ellenbogen und Kniekehlen betroffen sind. Durch das häufige Kratzen verdickt und vergröbert sich die Haut an den betroffenen Stellen. Der Juckreiz ist besonders schlimm und führt häufig zu Schlafstörungen. Dies kann die ganze Familie belasten. Eine so angespannte familiäre Situation kann wiederum zu einer psychischen Belastung des Kindes und damit zu einer weiteren Verschlechterung der Krankheit führen. Nicht selten entsteht so ein Teufelskreis. Auch in dieser Phase kann die Krankheit nachlassen oder sich weiter ausbreiten und auch den Hals, die Hand- und Fußgelenke und die Handrücken befallen. Komplikationen treten auf, wenn die aufgekratzten Stellen mit Bakterien, Viren oder Pilzen infiziert werden. Neurodermitis im Erwachsenenalter Häufig verschwindet die Krankheit in der Kindheit von selbst und bessert sich stark. In seltenen Fällen besteht eine lebenslange Belastung mit Neurodermitis, wobei sich meist Phasen mit starken Hauterscheinungen und Phasen ohne Hautprobleme abwechseln. Die Krankheit kann jedoch auch im Erwachsenenalter erstmalig ausbrechen. Hierbei sind meist die Hände, Ohren, der Hals und das Gesicht von den juckenden Knötchen befallen. Einflussfaktoren bei der Entstehung und dem Verlauf Die genaue Entstehung von Neurodermitis ist zwar noch ungeklärt, aber verschiedene Faktoren wirken auf das Krankheitsbild ein: -Es besteht eine erbliche Veranlagung. -Umweltfaktoren wie Klima, Luftverschmutzung, Infekte etc. verschlimmern die Beschwerden. -Übertriebene Hautpflege (häufiges Duschen oder Baden) trocknen die Haut zusätzlich aus. -Bestehen Allergien gegen bestimmte Stoffe führt deren Aufnahme zu einem Krankheitsschub. -Innere Faktoren wie psychischer Stress können die Krankheit verschlimmern. Behandlungsmöglichkeiten der Neurodermitis Der Arzt stellt zunächst fest, ob es sich um eine Neurodermitis und nicht eine Kontaktallergie oder eine Hautinfektion handelt. Neurodermitis ist nicht heilbar, deshalb kommt der Behandlung der Symptome und der Kenntnis der auslösenden Faktoren große Bedeutung zu. Bei der ärztlichen Basistherapie der Neurodermitis haben im entzündlichen Schub die Behandlung mit Kortisonpräparaten und die Hautpflege mit Cremes oder Salben mit ausgewogenem Fettstoffanteil einen festen Platz. Bei chronischem Verlauf empfiehlt sich die Verwendung eines Harnstoffpräparates, das juckreizlindernd und leicht antibakteriell wirkt. Antihistaminika haben ebenfalls ihren festen Platz in der Therapie. Sie lindern den Juckreiz und vermindern das Entzündungsgeschehen. Ist die Haut durch Kratzen und Verunreinigung mit Bakterien infiziert, werden Antibiotika eingesetzt. Daneben werden pflanzliche Wirkstoffe eingesetzt, die die Hautregeneration unterstützen: Die langfristige Einnahme von Kapseln mit Nachtkerzenöl wirken entzündungshemmend und bessern so die Beschwerden. Verschiedene Substanzen wirken zusammenziehend und wirken so der Entzündung entgegen: Aus Schwarzem oder Grünem Tee, Eichenrinde, Haferstroh und Schachtelhalmkraut können Sie einen Sud oder einen feuchten Umschlag herstellen, in dem Sie besonders nässende Hautstellen baden oder umwickeln. Ihr Apotheker berät sich hinsichtlich der Zubereitung. Ernährung Eine allgemeine Neurodermitisdiät gibt es leider nicht. Bestimmte Nahrungsmittel stehen jedoch im Verdacht, bei einigen Patienten die Krankheit zu verschlimmern. Dazu zählen: Eier, Milcheiweiß, Fischeiweiß, Nüsse, Zitrusfrüchte, Sellerie, Gewürze, Lebensmittelfarbstoffe und Konservierungsmittel. Verzichten Sie auf scharfe Gerichte, Alkohol und Kaffee. Leidet eines der Elternteile unter Neurodermitis, liegt das statistische Risiko bei 15 %, dass ihr Kind Neurodermitis bekommt. Sind beide Elternteile erkrankt, steigt das Risiko auf 45 %. Möglichst langes und ausschließliches Stillen des Säuglings senkt das Risiko für das Entstehen einer Neurodermitis. Kann Ihr Säugling nicht gestillt werden, füttern Sie so genannte hypoallergene Milch (HA-Milch). Später sollte bei der Ernährung eines solchen Kindes besonders darauf geachtet werden, auf welches Nahrungsmittel das Kind mit Hautreizungen reagiert. Hautpflege Die Haut des Neurodermitikers ist extrem trocken und braucht viel Fett und Feuchtigkeit. Wirkstofffreie Pflegeprodukte aus der Apotheke sorgen dafür, dass der Haut Fett und Feuchtigkeit zugeführt werden. Tagsüber benutzen Sie eine Feuchtigkeitslotion und nachts eine Fettcreme. Die Reinigung der Haut sollte mit rückfettenden Badezusätzen erfolgen und statt Seifen verwenden Sie lieber sog. Syndets (seifenfreie Waschzusätze), die die Haut weniger austrocknen. Beim Duschen und Baden achten Sie darauf, dass das Wasser nicht zu heiß ist. Anschließend ist es ratsam, sich nur schwach bis gar nicht abzutrocknen und immer einzucremen. Kleidung Wolle und andere kratzende Materialien sind bei Neurodermitis oft unangenehm auf der Haut. Die Kleidung sollte besser aus Baumwolle oder anderen Naturmaterialien und außerdem luftdurchlässig sein, um eine vermehrte Schweißbildung zu vermeiden. Synthetische Fasern fördern einen Hitzestau und so das Bakterienwachstum der empfindlichen und angegriffenen Haut. Allgemeine Ratschläge -Um zu starkes Kratzen und damit Hautveränderungen, Narben und Infektionen zu verhindern, cremen Sie die Haut stets gut ein. -Reagieren Sie auf Tierhaare allergisch? Dann halten Sie besser kein Haustier. -Bei Personen, bei denen die Neurodermitis vor allem in Stresssituationen auftritt, können Entspannungsübungen ((Link auf Neurodermitis und Psyche)) helfen. Belegen Sie einen Kurs oder fragen Sie Ihren Arzt, ob er Ihnen eine bestimmte Methode empfehlen kann. -Längerer Aufenthalt am Meer oder im Hochgebirge wirkt sich oft günstig auf den Krankheitsverlauf aus, da dort ein anderes Klima als zuhause herrscht. -Eltern sollten ihren neurodermitiskranken Kindern zwar besondere Zuwendung und Geduld entgegenbringen. Allerdings sollte dem Kind in der Familie keine Sonderstellung eingeräumt werden, insbesondere wenn es Geschwisterkinder gibt. Zum Austausch mit anderen betroffenen Eltern gibt es spezielle Selbsthilfegruppen. -Für Kleinkinder gibt es bestimmte Kleidung mit Handschuhen, die ein Aufkratzen und Infizieren der Haut durch die Fingernägel, besonders nachts, verhindern kann. -Bei den meisten Personen werden durch Sonnenbestrahlung die Beschwerden deutlich gebessert, daher bietet sich ein Urlaub an der See oder im Gebirge an. Quelle: gesundheit Trackbacks
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