Dienstag, 6. Januar 2009Haarausfall
Hallo!
Haarausfall. Wer betroffen ist weiss, das dies ein sehr unangenehmes und besorgniserregendes Thema ist. Denn oft ist das Ausfallen der Haare ein Zeichen eines physischen oder psychischen Mangels. Hier also einige Infos... Alles Liebe Anna Das fragt sich jede fünfte Frau im Alter zwischen 20 und 30. was dahinter steckt und wie die Mähne wieder schön dicht wird. Grässlich, wenn bei jedem Kämmen ganze Strähnen in der Bürste hängen bleiben. Da beruhigt auch das Wissen nicht, dass um die 100 verlorene Haare pro Tag völlig normal sind. Zählen Sie trotzdem mal grob nach. Denn bei langen oder sehr dicken Haaren sieht das Büschel oft nach mehr aus, als es ist. Aber selbst wenn es über 100 Haare sind, besteht kein Grund zur Panik. Ganz wichtig: erst mal die Ursache für den Haarverlust herausfinden.
WENN LICHT DIE MÄHNE LICHTET Hat Ihr Schopf in den letzten Tagen oder Wochen deutlich an Volumen verloren? Dann ist wahrscheinlich der „saisonal verstärkte Haarausfall" schuld daran. Den haben die meisten im August und September. Seine Ursache ist noch nicht genau geklärt. BESSER ZUM ARZT GEHEN? Wer noch grübelt: „Bilde ich mir alles nur ein oder habe ich wirklich Haarausfall?", sollte erst mal folgenden Test machen: Mit gespreizten Fingern entgegen der Wachstumsrichtung ins Haar fassen, dann langsam mit locker geschlossener Faust in die Wuchsrichtung ziehen. Es bleiben mehr als fünf bis zehn Haare hängen? Leider tatsächlich ein Hinweis, dass etwas nicht stimmt. Viele Ausfallprobleme können Sie zunächst selbst behandeln. Zeit für einen Besuch beim Hautarzt wird es aber zum Beispiel, wenn länger als drei, vier Monate jeden Tag deutlich mehr als 100 Haare ausgehen. Oder sich gleich ganze Haarbüschel leicht und schmerzlos auszupfen lassen. Damit der Dermatologe den tatsächlichen Verlust beurteilen kann, sammeln Sie eine Woche vor dem Termin möglichst alle verlorenen Haare: vom Kopfkissen, aus dem Waschbecken, der Dusche, von der Kleidung, der Haarbürste. Zur genauen Diagnose wird nach der Anamnese und einer gründlichen Kopfhautinspektion z. B. eine lichtmikroskopische Haarwurzelanalyse, Kopfhaut-Biopsie oder Blutuntersuchung gemacht. ZU VIEL DRUCK IM JOB... ... oder privater Ärger? Forscher glauben, dass akuter und chronischer Stress eine Entzündung am Haarfolikel auslösen kann. Die Folge: der so genannte diffuse Haarausfall. Er verteilt sich dann ohne erkennbares Muster über den ganzen Kopf. Helfen können Präparate mit L-Cystin und B-Vitaminen (z. B. Pantovigar N, rezeptfrei in der Apotheke). Oder eine 2-prozentige Minoxidil-Lösung, die 2-mal täglich auf die Kopfhaut aufgetragen wird (Regaine Frauen, in Apotheken). Noch wichtiger ist es jedoch, den Stress in den Griff zu bekommen, etwa mit Relax-techniken wie autogenem Training oder progressiver Muskelentspannung nach Jacobsen. IMMER DIESE HORMONE! Wie dicht und in welcher Qualität die Haare wachsen, hat viel mit Hormonen zu tun. Kein Wunder also, dass sich starke Schwankungen der Botenstoffe auf dem Kopfbemerkbar machen. So lichtet sich bei vielen Frauen zwei bis drei Monate nach der Geburt eines Kindes die schöne, volle Mähne wieder, die sie während der Schwangerschaft durch den hohen Ostrogenspiegel bekommen haben. Denn ist das Baby da, sinkt der Pegel stark ab, und viele Haare wechseln gleichzeitig von der Wachstums- in die Ruhephase. Das Gleiche passiert manchmal auch, wenn die Antibabypille abgesetzt oder gewechselt wird. Durch eine Alfatradiul-Lösung (z. B. Pantostin) lässt sich dieser Prozess verzögern. Normalerweise wachsen die Haare aber auch ganz ohne Therapie wieder nach. Hin und wieder werden auch die in der Pille oder Hormonspirale enthaltenen Gestagene für Haarverluste verantwortlich gemacht. Prof. Dr. Hans Wolff von der dermatologischen Klinik der Ludwig-Maximilians Universität in München bezweifelt jedoch, dass da ein Zusammenhang besteht. Fakt ist dagegen: Produziert die Schilddrüse zu viel oder zu wenig ihrer Hormone, kann das eine Menge Haare kosten. Lassen Sie beim Hausarzt den TSH-Wert im Blut checken. Das Ergebnis verrät, ob eine Hormontherapie oder eine andere Behandlung nötig ist. Erreicht das Botenstofflevel dadurch wieder seine gesunde Balance, wachsen auch die Haare wieder nach. TABLETTEN UND INFEKTE Die Region um den Scheitel wird immer dünner? Diese unschöne Nebenwirkung können Medikamente wie Blutdruck- oder Cholesterinsenker, Antibiotika und Antidepressiva sowie einige Schmerz- oder Rheumamittel haben (ausgenommen Produkte mit Acetylsalicylsäure, wie z.B. Aspirin). In diesem Fall die Arznei nicht einfach absetzen, sondern den Verdacht mit dem behandelnden Arzt besprechen. Er kann vielleicht eine Alternative verschreiben. Ist dies unmöglich, Ruhe bewahren. Denn nach Ende der Behandlung wachsen die Haare wieder nach. Fieberhafte Infekte wie eine Grippe oder eine Operation unter Vollnarkose können drei bis vier Monate später ebenfalls Haarausfall auslösen. Auch hier ist Geduld die beste Therapie. Denn alle Haare wachsen innerhalb weniger Wochen oder Monate wieder nach. Eine Kopfhautmassage (1- bis 2-mal täglich) kann die Haarwurzeln stimulieren und damit das Wachstum beschleunigen. So geht es: Die Fingerkuppen beider Hände mit sanftem Druck kreisen lassen, sodass sich die Kopfhaut leicht auf der Schädeldecke hin und her bewegt. Bei der Stirn beginnen, dann über Haaransatz und Kopfmitte zum Nacken durcharbeiten. FEHLEN BIOSTOFFE? Dauermüdigkeit, Konzentrationsstörungen, Schwindel, blasser Teint und dazu seit über sechs Monaten Haarausfall: alles Symptome für einen Eisenmangel. Er entsteht durch starke Monatsblutungen, Schwangerschaft, Stillzeit, Crash-Diäten oder einseitige Ernährung, chronischen Durchfall oder entzündliche Darmerkrankungen. Jetzt bloß nicht auf Verdacht Eisenpräparate schlucken! Denn zu viel des Spurenelements kann unter anderem Übelkeit, Sodbrennen, Durchfall, Verstopfung oder Bauchschmerzen zur Folge haben, im schlimmsten Fall sogar erhöhtes Krebsrisiko, Arteriosklerose oder Herzinfarkt. Lassen Sie einen Bluttest beim Hausarzt oder Dermatologen machen. Muss tatsächlich Eisen genommen werden, zahlen die Krankenkassen die Therapie. Sobald der Mangel behoben ist, sprießen die Haare wieder. Wer täglich 10 bis 20 mg Eisen mit der Nahrung zu sich nimmt, kann einem Mangel ganz einfach vorbeugen. Der Biostoff Entspannen Sie sich! Das hilft der Seele und dem Haar ist beispielsweise in Fleisch, Fisch, Vollkornprodukten, Hülsenfrüchten, Haferflocken, Spinat, Erbsen, Karotten, Thymian und Minze enthalten. Neben Eisen brauchen unsere Haare vor allem auch Zink (z. B. in Rind- und Schweinefleisch, Roggen- und Weizenkeimen, Eiern, Käse und Meeresfrüchten), Folsäure (in grünem Blattgemüse) und Biotin (in Milch- und Vollkornprodukten, Eiern und Hülsenfrüchten). Gegen leichten diffusen Haarausfall kann deshalb oft schon die Einnahme von Biotin Tabletten über mindestens drei Monate helfen (z. B. Bio-H-Tin, rezeptfrei in der Apotheke). KEIN SCHÖNES ERBE Haarausfall kann auch genetisch bedingt sein (Androgenethische Alopezie). Wie ausgeprägt er auftritt, ist individuell verschieden. Immer typisch jedoch: Das Haar wird vom Scheitel aus über einen langen Zeitraum hinweg dünner, immer mehr Haarwurzeln bringen nur noch kurzen, fast farblosen Flaum hervor. Ursache ist eine Überempfindlichkeit gegenüber dem männlichen Hormon Dihydrotestosteron (DHT). Dadurch werden die Haarwurzeln schlechter durchblutet, bekommen nicht mehr genug Nährstoffe und sterben ab. Ob und wann die Veranlagung sichtbar wird, lässt sich nicht beeinflussen. Es ist also völlig egal, ob das Haar lang oder kurz getragen wird und wie oft man die Haare schneiden lässt. Beginnt der Ausfall, ist das wirksamste Mittel die Minoxidil-Lösung. Sie stoppt den Schwund, macht ihn manchmal sogar teilweise rückgängig. Wer allergisch auf die Lösung reagiert, kann es mit einem Koffein-Shampoo oder -Tonikum versuchen (z. B. Plantur 39). Auch eine Wirkstoffkombination mit L-Cystin kann die Wurzeln wieder kräftigen, wenn man sie konsequent drei Monate lang einnimmt (z. B. Priorin, rezeptfrei in Apotheken). Und in manchen Fällen helfen Antibabypillen mit Antiandrogenen (z. B. Valette, Diane 35, Belara). KREISE AUF DEM KOPF Entdeckt man runde kahle Stellen in der Frisur, ist auf alle Fälle ein Besuch beim Dermatologen angesagt. Sehr wahrscheinlich handelt es sich dabei um den so genannten kreisrunden Haarausfall. Er ist die häufigste entzündliche Haarausfallerkrankung. Forscher nehmen an, dass dabei Immunzellen, die sich eigentlich um die Abwehr von Viren, Bakterien und Pilzen kümmern sollten, plötzlich die Zellen der Haarwurzel bekämpfen. In leichten Fällen behandelt man äußerlich mit einer kortisonhaltigen Lösung und/oder Zinktabletten (z.B. Curazink). Bei schwerem kreisrundem Haarausfall am besten in die Haarsprechstunde einer Hautklinik gehen. Beruhigend: Bei bis zu 80 Prozent der Patienten verschwinden die kahlen Stellen innerhalb von drei bis sechs Monaten, spätestens aber nach einem Jahr. Autorin:Angelika Gattinger Trackbacks
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