In der Ernährungserziehung können genauso viele Fehler gemacht werden wie in der übrigen Erziehung. Zu unterscheiden ist konkret zwischen zwei Fehlermöglichkeiten. Der eine Bereich ist das Anbieten von für Kinder un-geeigneten Lebensmittel, der andere die Beeinflussung des Essverhaltens.
Essen - was können Eltern falsch machen?
Der erste Bereich lässt sich durch eine reine Wissensvermittlung (natürlich bei den Eltern und nur eingeschränkt bei den Kindern) schnell aufarbeiten, der zweite Bereich dagegen ist sehr viel schwieriger zu handhaben, da hier die Eltern möglicherweise jahrelange Gewohnheiten aufgeben oder zumindest modifizieren müssen.
Wenden wir uns dem ersten Bereich zu. Für Kinder ungeeignet sind zunächst einmal alle Lebensmittel, die mit Genussmitteln wie Koffein oder Alkohol versetzt sind. Dazu zählt beispielsweise auch alkoholfreies Bier. Zum einen ist dieses nicht vollständig frei von Alkohol, zum anderen wird das Kind frühzeitig auf den Geschmack von Bier gebracht und kann vor allem auch nicht zwischen "echtem" und alkoholfreiem Bier unterscheiden. Auch Kochen und Backen mit Alkohol ist für Kinder nicht günstig. Zwar verflüchtigt ein Teil des Alkohols bei Erhitzen, trotzdem können Kinder sich an das Aroma gewöhnen und später leichter auf den Geschmack und damit auch auf den Konsum kommen. Wegen des geringeren Risikos gilt dieses Verbot nicht unbedingt für das kindgerechte Gegenstück des beliebtesten Erwachsenen-Softdrinks: Kinder-Cola sollte jedoch trotzdem, wie auch andere Limonaden, Ausnahme bleiben, da es sich hierbei im Grunde nur um gefärbtes, aromatisiertes Zuckerwasser handelt, welches außer Kalorien keinerlei Nährwert besitzt. Denn unser Ziel ist doch wohl: Spaß, Genuss und Gesundheit jeweils in einem Lebensmittel vereint.
Süßstoffe gehören nicht auf den Speiseplan des gesunden Kindes. Zwar scheint ihr Einsatz bei Erwachsenen unbedenklich, für Kinder ist das bisher jedoch nicht bewiesen. Auf jeden Fall wird durch die Verwendung des Zuckerersatzes der Süßgeschmack eher noch gefördert, da es häufig zu Überdosierungen kommt.
Der einzige Vorteil dieser Süßungsmittel in der Kinderernährung: Süßstoffe wirken nicht kariogen. Es gibt jedoch durchaus auch andere zahnfreundliche Alternativen, bei Süßigkeiten finden sich am Markt eine ganze Menge nennenswerter Produkte. Diese enthalten anstelle von normalem Zucker Xylit oder Sorbit, das sind Zuckeraustauschstoffe, die genauso kalorienreich sind wie normaler Zucker. Bei größerem Verzehr wirken sie allerdings abführend, ein entsprechender Warnhinweis ist auf der Verpackung angebracht.
Übrigens: Fertigprodukte, die sich als "zuckerfrei" bezeichnen, können stattdessen Sirup oder Honig enthalten und wirken dann genauso kariogen. In einigen Produkten, die mit "nicht so süß" werben, wird anstelle von Zucker Maltodextrin verwendet. Dieses ist zwar nicht so süß wie Zucker, liefert aber genauso viel Energie und ist ebenfalls kariogen.
Ein häufiger Fehler liegt in der Beaufsichtigung des kindlichen Trinkverhaltens hinsichtlich der Menge durch die Eltern: Kindern werden zu wenig Getränke angeboten. Grundsätzlich gehört zu jeder Mahlzeit ein Getränk dazu (bei sehr dünnen Kindern das Getränk nach dem Essen reichen). Wohlgemerkt: Milch zählt nicht als Getränk; es ist immer ein vollwertiges Nahrungsmittel, von dem pro Tag mindestens 250 ml getrunken werden sollten. Kinder haben einen sehr hohen Flüssigkeitsbedarf (s. Abb. 1), der durch ungesüßte Blüten-, Frucht- oder Kräutertees, Mineralwasser und verdünnte Frucht- und/oder Gemüsesäfte gedeckt werden kann. Bei großer Hitze kann sich dieser Bedarf durchaus verdoppeln. Limonaden und Fruchtsaftgetränke oder Fruchtnektare enthalten kaum Frucht und Nährstoffe, dafür aber reichlich Zucker und sind daher nicht zu empfehlen. Außerdem nehmen sie durch den hohen Kaloriengehalt den Appetit auf das "vernünftige" Essen.
Quelle:tee