Seit Anfang diesen Jahres zahlt jeder gesetzlich Versicherte, egal bei welcher Krankenkasse er versichert ist, einen einheitlichen Beitragssatz.
Die Folge ist, dass viele Krankenkassen nun auf andere Art und Weise um neue Mitglieder buhlen. Dies geschieht in Form von Bonuszahlungen, Beitragsrückerstattungen, kostenlosen Vorsorgemaßnahmen und Vorsorgeuntersuchungen.
Dabei versuchen die gesetzlichen Krankenkassen dem Beispield er privaten Krankenversicherung zu folgen und vergleichen sich beim Beitrag auch gern mit den Privaten Krankenkassen.
Was dabei ausser acht gelasen wird ist, dass ein Umlage-System, dass nach solidarischem Grundsatz (der Starke zahlt für den Schwachen) sich mit einem kapitalgedeckten Krankenversicherungssystem zu vergleichen sucht.
Während eine private Krankenkasse sämtliche Leistungen oder garantierte Beitragsrückerstattungen in ihren Prämien, die sie erhebt mit einkalkuliert hat und dies auch noch für die nächsten 30-40 Jahre bzw. bis zum Austritt eines Versicherungsmitglieds, kann die Gesetzliche Krankenkasse dies nicht behaupten.
Da die demographische Entwicklung in Deutschland so aussieht, dass immer weniger junge gesunde Personen für immer mehr ältere Kranke die medizinischen Kosten zu tragen haben, wird die GKV zwangsläufig in Zukunft mit immer weiter steigenden Beiträgen und Kostenexplosionen zu kämpfen haben.
Sämtliche Beiträge, die in den Gesundheitsfonds einfließen, werden umgehend zur Zahlung der anfallenden Kostne verwendet. Es findet im Gegensatz zu den privaten Krankenversicherungsunternehmen keine Bildung von so genannten Alterungsrückstellungen statt.
Dies bringt Probleme mit sich, denn wenn eine solidarisch aufgebaute Krankenkasse, bei der die Gutverdiener und die Gesunden, die Kosten für die Alten, Kranken udn Wenigverdiener zu tragen haben, Beiträge zurückerhalten, die in die Kosten und Prämien niemals einkalkuliert wurden, dann fürht dies dazu, dass die Beitragssätze insgesamt weiter steigen müssen, da dem System Geld entzogen wird.
Das System, dessen Sinn es war Solidarität für die Alten und Kranken zu zeigen, entsolidarisiert sich. Denn im Endeffekt haben die Alten und Kranken, die von einer Beitragsrückerstattung und von Gesundheitsboni nicht so profitieren können wie junge Gutverdiener noch mehr Kosten über eine Anhebung des Beitragssatzes oder über die Kürzung von Leistungen zu tragen.
Die gesetzlichen Krankenkassen werben teilweise sehr massiv mit tollen Wahltarifen, die Beitragszahler, solange sie gesund sind, mit enormen Rückzahlungen belohnen wollen.
Woher kommt dieses Geld? Eine private Krankenkasse kalkuliert Mehrleistung oder Beitragsrückerstattungen stochastisch in die jeweils für einen Versicherten zu zahlende Prämie mit ein oder sie erwirtschaftet aufgrund guten Wirtschaftens Überschüsse. Ein Unternehmen, welches Überschüsse erwirtschaftet kann diese Gewinne an die Versicherten ausschütten oder das Versichertenkollektiv dadurch mit Beitragsstabilität heute und später belohnen.
Woher kommt aber das Geld, welches die gesetzlichen Krankenkassen auf einmal zur Ausschüttung überhaben? Aus Gewinnen? Wohl kaum, denn der Gesundheitsfonds sammelt sämtliche Beiträge ein und jede Krankenkasse erhält pro Versicherten (auch in Abhängkeit von Diagniosen) einen bestimmten Betrag zur Deckung der Kosten.
Wird nicht alles Geld davon in einem Jahr ausgegeben, dann sollte das System seinen Sinn erfüllen und die Beiträge aller Versicherten senken. Denn da niemals Geld zurückgelegt wird, können streng genommen keine Überschüsse erwirtschaftet werden, allenfalls Kostendeckung und das in den seltensten Fällen.
Das Absurde an diesen "Prämienschlachten" ist, dass die Krankenkassen sogar vom Gesetzgeber dazu verpflichtet werden, Wahltarife und Bonustarife anzubieten. Die Leidtragenden sind Alte, Kranke und Geringverdiener.
Keiner weiß wohin die Leistungssenkung und die Beitragsanhebungen der gesetzliche Krankenkassen noch gehen werden, also sollte soviel Geld wie möglich gespart werden, um die Grundversorgung für jedes GKV-Mitglied so günstig wie möglich anbieten zu können.
Sinkende Beiträge kämen der Wirtschaft insgesamt zusätzlich zu Gute, da sie die Lohnnebenkosten senken.
Andernfalls ist nämlich dieser Hauptzweck der gesetzlichen Krankenversicherung nicht mehr langfristig aufrecht zu erhalten bzw. für viele Menschen unbezahlbar.
Die Personen, die gesetzlich pflichtversichert sind, aber trotzdem nicht auf Mehrleistungen verzichten möchten, sollten ihren Grundschutz durch eine passende Krankenzusatzversicherung z.B. bei www.versicherung-online.net aufbessern, nicht aber die Kosten der GKV durch Zusatzleistungen oder Prämien in die Höhe treiben.
Autor: Daniel Steinberger